Auch fünf Jahre später überkommt mich ein mulmiges Gefühl, wenn ich die im Rahmen des Fotografie ÜKs entstandenen Bilder des zweiten Lockdowns betrachte. Konstanz im Frühling 2021, der Höhepunkt des zweiten Lockdowns. Uns war klar: wir wollen diese Absurdität bildlich festhalten.
Die Corona Pandemie war weitaus mehr als nur eine Gesundheitskrise. Es war ein Toleranztest für die Gesellschaft. Wie weit kann man Grundrechte einschränken, bevor Widerstand entsteht? Wie schnell akzeptieren Menschen drastische Eingriffe in ihr Leben, wenn man an das Gewissen appelliert? Sind Menschen so schnell bereit, Freiheit gegen vermeintliche Sicherheit zu tauschen?
Die Konstanzer Innenstadt und das sonst so belebte Lago wirken wie ausgestorben. Die wenigen Passanten wirkten eingeschüchtert, vorsichtig, erschöpft. Herumliegende werden zum Symbol einer Gesellschaft zwischen Angst und Verordnungsmüdigkeit.
Die entstandenen Werke zeigen: Fotografie ist mehr als Ästhetik, sie erzählt Geschichten. Was wir während des Lockdowns dokumentiert haben, ist ein visuelles Zeugnis einer Pandemie, die die Welt verändert hat. Sie sind eine warnende Erinnerung daran, wie fragil unsere Normalität ist.